Das Konzept

Was ist der Ökologische Fußabdruck?

Einfach ausgedrückt: Dein Ökologischer Fußabdruck sagt dir, wie groß die Fläche ist, die du zum Leben brauchst. Da unsere Erde ja nicht unendlich groß ist, haben alle Menschen nur eine gewisse Fläche zur Verfügung. Der Rechner auf dieser Seite zeigt, ob du mit deiner Fläche auskommst oder ob du gerade "auf zu großem Fuß" lebst.

Der Ökologische Fußabdruck ist also ein Nachhaltigkeitsindikator, welcher den Ressourcenverbrauch mit der Biokapazität der Erde in Relation setzt. Dabei ist der Ökologische Fußabdruck nicht nur für Personen oder Haushalte berechenbar, sondern auch für Nationen bzw. Regionen. Zusätzlich können Produkte und Dienstleistungen mit dem Ökologischen Fußabdruck bilanziert werden.

Insbesondere ist der Ökologische Fußabdruck auch ein Gerechtigkeitsindikator, denn er basiert auf der Grundannahme, dass allen Menschen gleich viel zur Verfügung steht. Dazu wird die Kapazität der Erde wie im Folgenden beschrieben unter allen Menschen aufgeteilt.

Erdkapazität und Erdverbrauch

Die Oberfläche der Erde beträgt etwa 51 Mrd. Hektar, wobei nicht die gesamte Fläche für die Menschen nutzbar ist. Hierzu gehören Meere, Eis, Sandwüsten und unfruchtbares Land. Dadurch sind unterm Strich nur 8,3 Mrd. Hektar „produktive Landfläche“ für die Berechnung des Ökologischen Fußabdrucks relevant. Diese 8,3 Mrd. Hektar werden unter allen Menschen fair geteilt, und eine Fläche für den Erhalt der biologischen Vielfalt addiert, so dass jedem Menschen 1,78 Hektar zur Verfügung stehen.

Im nächsten Schritt wird geprüft, welche Flächen die Menschen zur Verfügung haben: Weideland, Ackerland, Siedlungsfläche, Wald, Fischgründe und Kohlenstofffläche, welche benötigt wird um CO2-Emissionen zu absorbieren.

In den Ökologischen Fußabdruck fließt (sofern die Datenlage dafür gesichert ist) der gesamte Konsum mit den dazugehörigen Produktionszyklen ein. Am Beispiel unserer Ernährung lassen sich diese Zyklen exemplarisch erläutern:

Zunächst gibt es einen Acker, an dem unsere Nahrung angebaut wird. Dementsprechend entsteht eine Ackerfläche. Für Dünger und Maschinen fällt zusätzlich ein Betrag für die Energiefläche an. Die Ernte wird dann verarbeitet und zum Verkaufsort transportiert – möglicherweise erst nach einer gewissen Lagerzeit im Kühlhaus. Hier wächst die Energiefläche weiter und Lagerstätten, Straßenwege und Märkte „kassieren“ Siedlungsfläche. Nach dem Kauf wird die Nahrung wieder transportiert (Siedlungs- und Energiefläche) zwischengelagert und zubereitet (Energiefläche). Die Verpackung und Lebensmittelreste gelangen in den Hausmüll (hoffentlich getrennt ;-) ) und werden so dem Verwertungskreislauf wieder zugeführt.

Einen solchen Produktionszyklus gibt es für alle Güter, wobei jedes Gut (zum Beispiel Bücher, Kleidung, Möbel, Fahrzeuge) unterschiedlich ressourcenintensiv und verschieden langlebig ist. Das jeweilige Gut weist dadurch eigene kalkulierbare Werte auf. Für das Berechnungsmodell unseres Rechners nutzen wir jeweils den Mittelwert.

Warum überhaupt der Ökologische Fußabdruck?

Anfang der 90er Jahre entwickelten die Wissenschaftler Mathis Wackernagel und William Rees die Berechnung des Ökologischen Fußabdrucks, da sie nachforschen wollten, ob die Erde überhaupt noch ausreicht, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Um eine Antwort auf diese komplexe Frage zu bekommen, brauchten sie zuerst eine einheitliche Maßeinheit, mit der sie ausdrücken konnten, welche Ressourcen unsere Erde zur Verfügung stellt und wie viele wir davon nutzen. Wirtschaftlich gesprochen benötigten sie eine Währung, mit der sie Angebot und Nachfrage miteinander vergleichen konnten. Sie wählten die Fläche, welche sie mit der Einheit globale Hektar ausdrückten.

Die Fläche für Energie

Bei der Betrachtung, wie viel der Mensch an natürlichen Rohstoffen nutzt und welche Flächen er damit beansprucht, fiel den Forschern der starke Rohstoffabbau zur Energiegewinnung auf. Kohle wird abgebaut, Erdöl wird aus dem Boden gepumpt. Da das ganze System Erde auf einem Stoffkreislauf aufgebaut ist, müssen die Stoffe, wenn sie genommen werden, wieder in gleichem Maße in ihren Zustand zurückgeführt werden. Sonst entsteht ein Ungleichgewicht. Nun braucht ein organischer Stoff, der in der Erde lagert und CO2 bindet, einige Millionen Jahre, bis aus ihm Erdöl geworden ist. Heute werden aber so viele Liter gefördert, dass unmöglich die gleiche Menge in gleicher Zeit durch Ablagerung von organischen Stoffen wieder entstehen könnte.

Dieses ökologische Ungleichgewicht muss auch mit in die Rechnung von Kapazität und Nutzung der Erde einfließen. Da es sich aber um eine abstrakte Größe handelt, schufen die Forscher die „Energiefläche“. Diese gibt an, wie viel Fläche von CO2 bindendem Material benötigt wird, um den CO2-Ausstoß der Energieträger wieder aufzunehmen und das Gleichgewicht beizubehalten.

CO2-bindende Fläche zu bestimmen ist allerdings nicht ganz einfach. Grob wird hierfür Waldfläche von jungen Bäumen und ein Teil der Moore und der Tiefsee einkalkuliert. Für den Ökologischen Fußabdruck wird die Problematik vereinfacht und jeder CO2-Ausstoß in eine Waldfläche umgerechnet, die für die CO2 Absorption benötigt werden. Da der CO2-Austoß eines jeden Energieträgers unterschiedlich ist, sind auch die angerechneten Waldflächen unterschiedlich groß.

Beim Gebrauch von 1000 Giga Joule Wasserkraft müsste man z.B. 1 ha Wald pflanzen, um das CO2 für Betrieb und Bau des Kraftwerks absorbieren zu lassen. Bei Kohlenutzung müsste man diese Waldfläche schon nach dem Gebrauch von 55 GJ pflanzen. Für jeden Energieträger gibt es also einen bestimmten CO2-Absorbtionsfaktor.

Kohle 55 Gj/ha
Flüssige fossile Brennstoffe 71 Gj/ha
Erdgas 93 Gj/ha
Energie aus Wasserkraft 1000 Gj/ha
Allgemein falls unbekannt 80 Gj/ha